Vorgeburtliche Phase

Schon im Mutterleib geschehen wichtige Dinge, die für das spätere Verhalten des Welpen von Bedeutung sind. Die Gehirnnerven werden weitgehend vollständig angelegt. Der Geschmacksinn ist bereits im Mutterleib entwickelt, genau wie der Tastsinn.
„Untersuchungen haben gezeigt, dass junge Hunde viel unempfindlicher bei Berührungen sind, wenn sie in der Gebärmutter, durch den Mutterbauch hindurch, „gestreichelt“ wurden. Das nennt man den sogenannten Streicheleffekt". Die Welpen werden dadurch in ihrem Verhalten viel ausgeglichener. Es gibt auch Hinweise, dass sich dieser Streicheleffekt über das Nervensystem später auf eine bessere Bindung zum Besitzer auswirkt.”



Vegetative Phase; Neugeborenenphase (1. und 2. Woche)

In dieser Phase sind Augen und Ohren noch geschlossen, der Geruchssinn ist noch nicht sehr stark
entwickelt. In dieser Zeit beschränken sich die Aktivitäten des Welpen auf Kreiskriechen und Kopfpendeln, als Suchautomatismus zur Muttermilch. Es wird viel geschlafen und da ein Welpe seine Körpertemperatur noch nicht selbst halten kann, ist er von der Wärme der Mutter und seinen Wurfgeschwistern abhängig.
Welpen sind Nesthocker und somit auf die Fürsorge der Mutterhündin angewiesen. Sogenannte „Schrei- und Winsellaute” sorgen für die sofortige Aufmerksamkeit der Mutter.



Übergangsphase; transitionale Phase (3. Woche)

Jetzt öffnen sich die Lidspalten und die äußeren Gehörgänge. Der Welpe fängt nun an, seine unmittelbare Umgebung wahrzunehmen. Er wird vermehrt auf Geräusche reagieren (Staubsauger, evtl. Fernseher) und ist auch körperlich viel aktiver. Er beginnt nun nämlich alle seine vier Beinchen zu gebrauchen. Sein Körper ist allmählich in der Lage, die Körpertemperatur selbst zu halten. Auch das Hecheln wird erprobt und die Zunge wird erstmals fürs Lecken eingesetzt. Die Neugierde erwacht, die Wurfgeschwister werden wahrgenommen und man übt sich schon in Knurr- und Belllauten. Ab der 3. Woche beginnen die ersten Zähnchen durchzubrechen.



Prägungsphase (4.-7. Woche)

In dieser Phase wird der Hund durch das Verhalten z. B. seiner Menschen, seinen Wurfgeschwistern und den optischen Eindrücken seiner Umwelt geprägt, die ihm ein Vergleichsmaßstab für sein weiteres Leben sein werden. Es ist enorm wichtig, dass der Welpe in dieser Zeit weitestgehend positive Erfahrungen macht, denn negative Erfahrungen, die der Hund nicht verarbeiten kann, werden in seinem späterem Leben zu Problemen führen, die nicht therapiert werden können. Der Welpe sollte verschiedene Untergründe kennenlernen, verschiedene Materialien (Spielzeug), Kinder und verschiedene Geräusche (Staubsauger, Fön, Spülmaschine, etc.)
Der Welpe lernt in dieser Phase mit mildem Stress umzugehen. Die Welpen testen sich gegenseitig aus, es wird gebalgt und gerauft und somit ausprobiert, was und wieviel der andere erträgt. Auch findet nun die Sozialisierung innerhalb seines Rudels statt. Die Welpen lernen mit mildem Frust umzugehen, der z. B. dann eintritt, wenn die Muttermilch langsam versiegt. Die Mutter nimmt intensiv am Spiel teil und unterrichtet die Welpen in Gehorsam und Unterwerfung. Nun beginnt man auch zuzufüttern.



Sozialisierungsphase (8.-12. bzw.16. Woche)

In dieser Phase kommt der Welpe in sein neues Zuhause. Im Rudel würde nun der Vater die weitere Erziehung übernehmen. Es ist nun an der Zeit, dem Welpen liebevoll, aber konsequent seine Grenzen aufzuzeigen. Das Umfeld des Welpen erweitert sich. Jetzt ist es sehr wichtig, dass der Welpe viele unterschiedliche Sozialkontakte knüpft.
Gehen Sie unter Hunde. Zeigen Sie Ihrem Hund andere Tiere (Kühe, Pferde ...), bewegen Sie sich in unterschiedlichen Umgebungen (Restaurants, belebte Straßen), fahren Sie mit Ihrem Hund Bus und Bahn, fahren Sie Auto; aber alles nur in Maßen, damit es nicht zur Reizüberflutung kommt. Ihr Hund lernt nun fürs Leben. Spielen Sie oft mit ihm, es wird Ihre Beziehung zueinander vertiefen, und machen Sie sich seine Neugierde, Aufgeschlossenheit und Lernfähigkeit in diesem Alter zunutze.



Rangordnungsphase (13.-16. Woche)

Jetzt nimmt der Hund seine Stellung in der Rangordnung ein. Klare Regeln mit konsequenter und liebevoller Erziehung sind unabdingbar.

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